Abbaue: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 29. Juli 2012, 19:19 Uhr
Während Stollen, Schächte und Strecken eine Lagerstätte zugänglich machen, sind Abbaue der Ort, an dem die nutzbaren Minerale gewonnen werden. Es sind je nach Typ der Lagerstätte langgestreckte, schmale, tafelförmige Hohlräume (steilstehend: Gangbergbau, flachliegend: Flözbau) oder mehr rundliche oder schlauchartige Weitungen (Stockwerksbau). Diese Räume können offen, abgesoffen (wassergefüllt) oder ganz oder zum Teil mit Massen gefüllt (versetzt) sein.
Die Größe der Abbaue reicht von kleinen „Aushieben” in der Firste oder Sohle einer Gangstrecke bis zu 50 m langen und breiten und 30 m hohen saalartigen Weitungen beim Stockwerksbau. Als Erz wurden meist einzelne Minerale gesucht, vom Nebengestein wurde nur so viel abgebaut, wie unbedingt nötig. Soweit möglich wurde es, wenn es schon mit abgebaut werden mußte, dennoch in der Grube belassen.
Die Befahrung von Abbauen gehört neben dem Aufsuchen von Standorten technischer Einrichtungen zu den wichtigsten Tätigkeiten bei einer bergbauhistorischen Aufnahme, da ja hier der Ort ist, weswegen eigentlich Bergbau betrieben wurde. Geologische und lagerstättenkundliche Verhältnisse lassen sich im Abbau am besten studieren, weil der Gang oder Erzkörper meist noch teilweise ansteht oder wenigstens die Ausdehnung der erzführenden Partien sichtbar wird. Der trotz häufig schwieriger Befahrungsbedingungen erlangte Erkenntnisgewinn lohnt in den meisten Fällen den Aufwand.
Betrachten wir zunächst den Gangbergbau! Für den Abbau einer Lagerstätte auf Erzgängen gibt es verschiedene Technologien, wie Firstenbau (in verschiedenen Varianten; von unten nach oben geführt), Strossenbau (von oben nach unten), Kammerpfeilerbau und Magazinbau. In Abbildung 11 sind die genannten Formen des Abbaus erläutert. Über die weiteren Arten und die genauen technologischen Abläufe informiert man sich in der Fachliteratur (zum Beispiel [13]).
Strossen- und Magazinbau hinterlassen bedingt durch das angewendete technische Verfahren große leere Räume, man spricht hier bei größerer Teufenerstreckung vom offen durchgebauten Gang (Abbildung 12).
Teufe steht bergmännisch für Tiefe, aber auch als Bezeichnung für einen vertikalen Grubenbau, der gerade geteuft beziehungsweise abgeteuft, also niedergebracht wird.
Weitungsbaue, wie sie zum Beispiel in allen erzgebirgischen Zinnrevieren vorkommen, erinnern in ihrer Gestalt an die großen Säle in Höhlen. Im Gegensatz zu Höhlen ist die Gefährdung des Befahrers durch Steinschlag in einer Weitung in der Regel größer, zum Beispiel deshalb, weil man durch die Größe des Raumes an der Firste hängende Ablöser schlecht sieht und die Weitungen durch ihr großes, manchmal durch Sprengen mit das Gebirge auflockernden brisanten Sprengstoffen entstandenes, Volumen statisch unsicherer sind als beispielsweise eine Schlägelstrecke oder eine durch Lösungsprozesse ohne Auflockerung des Nebengesteins entstandene große Höhle.
In Kalkwerken wird der Kalk häufig im sogenannten Kammerpfeilerbau gewonnen (siehe oben und Abbildung 11). Die dabei entstehenden großen Abbauräume sind durch stehengelassene Pfeiler unterteilt, welche die Standfestigkeit des Abbaus gewährleisten sollen.