Holz: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | + | Sehr altes Holz unter Tage hat sich meist nur durch einen Glücksumstand erhalten. Es ist häufig mit Wasser vollgesogen, schwammig und zerbrechlich. Will man einen derartigen Gegenstand bergen, muß man ihn zunächst vor jeder mechanischen Belastung hüten. Dazu kommt er in ein festes Behältnis (Brotbüchse, KG-Rohr oder dergleichen) und wird ringsum mit Blasenfolie oder zerknülltem Zeitungspapier umgeben. Watte ist dazu ungeeignet, weil sie sich mit Wasser vollsaugen kann und fusselt. Ganz schwierige Fälle hält man durch ein zurechtgebogenes Maschendrahtgitter in Form. Hat man das Holz dann heil draußen, steht man vor dem nächsten Problem. Es muß nämlich so gleichmäßig getrocknet werden, daß keine Trockenrisse auftreten, und eventuell fixiert werden, damit es nicht beim ersten Anfassen zerbröselt. | |
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| + | Das langsame, gleichmäßige Trocknen mechanisch noch halbwegs stabiler Gegenstände erreicht man schon durch Einpacken in mehrere Lagen leicht befeuchteter Lappen, alter Handtücher und anschließend Zeitungspapier und Lagerung in einem kühlen Raum mit hoher relativer Luftfeuchte, beispielsweise in einem Keller. In trockener, warmer Zimmerluft dagegen trocknen die Außenbereiche schnell aus, verkleinern dabei ihr Volumen (sie schwinden), und das Holz verzieht sich beziehungsweise bekommt Trockenrisse. Schimmelbildung kann man durch Einsprühen mit einer Formalin- oder Wofaseptlösung verhindern, aber in der Regel wird Holz, welches in der Grube nicht schimmelte, auch im Keller nicht anfangen zu schimmeln. | ||
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| + | Eine andere Trocknungsmethode ist das ''Gefriertrocknen''. Professionell durchgeführt, werden die Gegenstände schockgekühlt auf Temperaturen unter –60°C, das Wasser wird unter Vakuum direkt aus der festen Phase verdampft und dem Holz entzogen. Dieser Prozeß ermöglicht eine gleichmäßige Durchtrocknung unter definierten Bedingungen. Der Amateur wandelt die Methode seinen Möglichkeiten enstprechend ab: die Gegenstände kommen in einen nicht diffusionsdichten (zum Beispiel leicht perforierten) Frühstücksbeutel und in diesem in die Tiefkühltruhe. Auch bei diesem Verfahren geht das Wasser infolge des Partialdruckgefälles direkt aus der festen in die gasförmige Phase über. Der Trocknungsprozeß kann ohne weiteres ein Jahr dauern. | ||
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| + | Die trockenen Gegenstände (Zimmerluftfeuchte, nicht extra daruntertrocknen!) müssen dann noch fixiert werden. Das geschieht am einfachsten mit mehreren Schichten Bootslack, verdünntem Tiefengrund oder dünnem Tapetenleim. Sparsam auftragen, sonst war das langsame Trocknen umsonst. Farben können durch eine Schicht Firnis (Öl) geschützt werden, das dunkelt aber mit der Zeit nach. Besser geeignet ist Fixierspray für Zeichenkohle. Dünne Schilder hinterklebt man mit | ||
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| + | Sind die Holzstücke sehr schwammig, was meist bei Hölzern der Fall ist, die unter Wasser lagen, muß man gleichzeitig mit dem Trocknen deren mechanische Festigkeit erhöhen. Dazu kann man die aufgelösten Gefügebestandteile des Holzes durch Zucker ersetzen. Auch dabei muß auf jeden Fall vermieden werden, durch Inhomogenitäten Spannungen ins Holz zu bringen, welche beim späteren Trocknen zur Zerstörung des Gegenstandes führen könnten. Der Gegenstand wird zunächst gewässert, man befestigt ihn dabei so, daß er von allseits gut von der Flüssigkeit umspült werden kann, mit Drahtschlaufen oder legt ihn auf ein Drahtnetz. Nach und nach wird das Wasser durch eine Zuckerlösung steigender Konzentration ersetzt. Man beginnt mit 5%iger Lösung, steigert dann in langsamen Schritten (jeweils 10%) die Konzentration. Zwischen dem Wechsel der Lösungen muß sich die Konzentration des Zuckers im Holz über den ganzen Querschnitt angepaßt haben. Das geht bei dünnen Gegenständen schneller, bei starkwandigen langsamer. Als Faustformel kann man für einen Zentimeter Holz 14 Tage Diffusionszeit annehmen. Bei einer 70%igen Lösung angelangt, beginnt der Trocknungsprozeß. Das Holz wird dem Bad entnommen und zunächst etwa eine halbe Stunde an der Luft getrocknet, danach wieder ins Bad gehängt. Diesen Rhythmus ändert man langsam, aber stetig hin zu Trocknungszeiten von einem halben Tag an der Luft und nur noch kurzen Bädern in der Zuckerlösung. Endlich kann man dann das Holz restlos trocknen lassen. Auch bei dieser Methode wäre möglich, die langsame Trocknung durch Dampfbremsen zu erzielen, man muß nur aufpassen, daß man mit der Zuckerlösung nichts anklebt. Schimmelbildung auf der Zuckerlösung wird ebenfalls durch Formalin verhindert. | ||
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| + | Das sind aber alles nur „Basteltips“, bei wirklich wichtigen Dingen fragt man einen Fachmann – vor dem Rausschleppen! | ||
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Aktuelle Version vom 4. Juli 2012, 07:01 Uhr
Sehr altes Holz unter Tage hat sich meist nur durch einen Glücksumstand erhalten. Es ist häufig mit Wasser vollgesogen, schwammig und zerbrechlich. Will man einen derartigen Gegenstand bergen, muß man ihn zunächst vor jeder mechanischen Belastung hüten. Dazu kommt er in ein festes Behältnis (Brotbüchse, KG-Rohr oder dergleichen) und wird ringsum mit Blasenfolie oder zerknülltem Zeitungspapier umgeben. Watte ist dazu ungeeignet, weil sie sich mit Wasser vollsaugen kann und fusselt. Ganz schwierige Fälle hält man durch ein zurechtgebogenes Maschendrahtgitter in Form. Hat man das Holz dann heil draußen, steht man vor dem nächsten Problem. Es muß nämlich so gleichmäßig getrocknet werden, daß keine Trockenrisse auftreten, und eventuell fixiert werden, damit es nicht beim ersten Anfassen zerbröselt.
Das langsame, gleichmäßige Trocknen mechanisch noch halbwegs stabiler Gegenstände erreicht man schon durch Einpacken in mehrere Lagen leicht befeuchteter Lappen, alter Handtücher und anschließend Zeitungspapier und Lagerung in einem kühlen Raum mit hoher relativer Luftfeuchte, beispielsweise in einem Keller. In trockener, warmer Zimmerluft dagegen trocknen die Außenbereiche schnell aus, verkleinern dabei ihr Volumen (sie schwinden), und das Holz verzieht sich beziehungsweise bekommt Trockenrisse. Schimmelbildung kann man durch Einsprühen mit einer Formalin- oder Wofaseptlösung verhindern, aber in der Regel wird Holz, welches in der Grube nicht schimmelte, auch im Keller nicht anfangen zu schimmeln.
Eine andere Trocknungsmethode ist das Gefriertrocknen. Professionell durchgeführt, werden die Gegenstände schockgekühlt auf Temperaturen unter –60°C, das Wasser wird unter Vakuum direkt aus der festen Phase verdampft und dem Holz entzogen. Dieser Prozeß ermöglicht eine gleichmäßige Durchtrocknung unter definierten Bedingungen. Der Amateur wandelt die Methode seinen Möglichkeiten enstprechend ab: die Gegenstände kommen in einen nicht diffusionsdichten (zum Beispiel leicht perforierten) Frühstücksbeutel und in diesem in die Tiefkühltruhe. Auch bei diesem Verfahren geht das Wasser infolge des Partialdruckgefälles direkt aus der festen in die gasförmige Phase über. Der Trocknungsprozeß kann ohne weiteres ein Jahr dauern.
Die trockenen Gegenstände (Zimmerluftfeuchte, nicht extra daruntertrocknen!) müssen dann noch fixiert werden. Das geschieht am einfachsten mit mehreren Schichten Bootslack, verdünntem Tiefengrund oder dünnem Tapetenleim. Sparsam auftragen, sonst war das langsame Trocknen umsonst. Farben können durch eine Schicht Firnis (Öl) geschützt werden, das dunkelt aber mit der Zeit nach. Besser geeignet ist Fixierspray für Zeichenkohle. Dünne Schilder hinterklebt man mit Gazegewebe zur Aussteifung.
Sind die Holzstücke sehr schwammig, was meist bei Hölzern der Fall ist, die unter Wasser lagen, muß man gleichzeitig mit dem Trocknen deren mechanische Festigkeit erhöhen. Dazu kann man die aufgelösten Gefügebestandteile des Holzes durch Zucker ersetzen. Auch dabei muß auf jeden Fall vermieden werden, durch Inhomogenitäten Spannungen ins Holz zu bringen, welche beim späteren Trocknen zur Zerstörung des Gegenstandes führen könnten. Der Gegenstand wird zunächst gewässert, man befestigt ihn dabei so, daß er von allseits gut von der Flüssigkeit umspült werden kann, mit Drahtschlaufen oder legt ihn auf ein Drahtnetz. Nach und nach wird das Wasser durch eine Zuckerlösung steigender Konzentration ersetzt. Man beginnt mit 5%iger Lösung, steigert dann in langsamen Schritten (jeweils 10%) die Konzentration. Zwischen dem Wechsel der Lösungen muß sich die Konzentration des Zuckers im Holz über den ganzen Querschnitt angepaßt haben. Das geht bei dünnen Gegenständen schneller, bei starkwandigen langsamer. Als Faustformel kann man für einen Zentimeter Holz 14 Tage Diffusionszeit annehmen. Bei einer 70%igen Lösung angelangt, beginnt der Trocknungsprozeß. Das Holz wird dem Bad entnommen und zunächst etwa eine halbe Stunde an der Luft getrocknet, danach wieder ins Bad gehängt. Diesen Rhythmus ändert man langsam, aber stetig hin zu Trocknungszeiten von einem halben Tag an der Luft und nur noch kurzen Bädern in der Zuckerlösung. Endlich kann man dann das Holz restlos trocknen lassen. Auch bei dieser Methode wäre möglich, die langsame Trocknung durch Dampfbremsen zu erzielen, man muß nur aufpassen, daß man mit der Zuckerlösung nichts anklebt. Schimmelbildung auf der Zuckerlösung wird ebenfalls durch Formalin verhindert.
Das sind aber alles nur „Basteltips“, bei wirklich wichtigen Dingen fragt man einen Fachmann – vor dem Rausschleppen!