Seilklemmen: Unterschied zwischen den Versionen

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Alle '''Seilklemmen''' lassen das Seil in einer Richtung passieren und blockieren den Durchgang in die andere Richtung. Diese Funktion kann auf unterschiedliche Art erreicht werden, wie in Abbildung 141 dargestellt wird.
  
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Die linke Abbildung zeigt die üblicherweise verwendeten und für die hier beschriebene Technik zu benutzenden Steigklemmen. Sie sind einfach in der Handhabung, in der Version für die Handsteigklemme haben sie einen bequemen Griff. Nachteilig ist, daß sie bei nachlassender Federwirkung oder stark verlehmten/ vereisten Seilen bisweilen nicht greifen, sondern sich auch nach unten verschieben lassen. Um dies zu minimieren, sind sie einmal mit kleinen Zähnchen versehen (die wiederum irgendwann über’s Seil gehen) und zum anderen mit raffiniert ausgeklügelten Schlitzen zum Abführen des Schlamms ausgerüstet, die nichts bewirken. Haben sie jedoch einmal gegriffen, ist ein Durchrutschen nicht mehr zu fürchten.
  
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Die Steigklemmen haben zur Bedienung des Klemmenhebels einen hervorragenden Stift oder einen Extragriff. Um das Seil einzulegen oder wieder aus der Steigklemme herauszubekommen, muß man den Stift erst nach unten und dann nach hinten schwenken - dadurch wird ein Sicherheitsmechanismus gelöst, der das Herausspringen des Seils aus der Steigklemme im Normalbetrieb weitgehend verhindert.
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Will man das Seil ein Stück gegen die Blockaderichtung durch die Seilklemme laufen lassen, bedient man nicht diesen Sicherungshebel, sondern drückt mit einem Finger von oben die Klemme zurück (Abbildung 142), um ein unbeabsichtigtes Aushängen des Seiles zu vermeiden. Das funktioniert nur im entlasteten Zustand und ist zum Beispiel wichtig, wenn man mit den Steigklemmen ein Stück am Seil nach unten will. Man macht sich mit der Bedienung der Steigklemme natürlich wie bei allen neuen Geräten erstmal im Trockentrainig bekannt. Es ist gefährlich, in den Sicherungshebel zur besseren Bedienbarkeit einen Karabiner einzuhängen - in diesen kann sich leicht ein anderer Ausrüstungsteil einhängen und die Steigklemme ungewollt lösen.
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Empfehlenswert sind Bruststeigklemmen, bei der die Einbindeösen oben und unten so gebogen sind, daß sie auch bei durchgeführtem Karabiner flach am Körper anliegen können. Handsteigklemmen gibt es in Versionen mit Links- und Rechtsgriff, was schon ganz schöner Luxus ist – jede Ausführung läßt sich auch für die jeweils andere Hand verwenden.
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Abbildung 141 Mitte zeigt das Prinzip, das auch beim Shunt verwendet wird. Unter extremer Last (Sturz) kann das Seil durchrutschen, zur Sturzsicherung ist dieser Mechanismus daher sehr brauchbar. Dazu sind die anderen Klemmen nicht geeignet - das abrupte Eingreifen und Blockieren der Klemmen am Seil führt zu harten Fangstößen, die für Mann und Seil unangenehm bis gefährlich sind. Der Shunt ist für Einfach- und Doppelseil geeignet und nötigenfalls als Handsteigklemme oder Rücklaufsperre für einen Flaschenzug, aber nur ganz begrenzt als Bruststeigklemme einsetzbar. Zum Einlegen und Herausnehmen des Seils (Abbildung 143) muß der Karabiner aus dem Klemmhebel herausgenommen werden, wodurch der Shunt nicht mehr angebunden ist und beim Herausrutschen aus der Hand schnell in den Schachtgrund entschwindet. Eine kleine Schlinge (2..3 mm Reepschnur) in der dafür vorgesehenen Öse des Klemmenhebels verhindert das.
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Abbildung 141 Rechts zeigt ein in den USA verbreitetes Steigklemmenprinzip, inzwischen auch bei Petzl im Vertrieb. Die Klemmen greifen sicher auch am stark verdreckten Seil und haben keine Zähne, höchstens Riefen zum besseren Anziehen und zur Abführung von Dreck und Wasser, wodurch sie natürlich seilschonend sind. Nachteilig an den käuflichen Modellen (Ausnahmen sind uns noch nicht bekannt) ist der Aufbau aus Einzelteilen, die beim Einlegen und Herausnehmen des Seils aus der Klemme auseinandergenommen und wieder montiert werden müssen, wozu man beide Hände frei haben muß. Als Bruststeigklemme lassen sich diese Klemmen ebenfalls schlecht verwenden.
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Dann gibt es noch ganz harte Befahrer (oder einfach Masochisten), die gern mit Knoten aufsteigen. Diese Knoten sind fehleranfällig (Durchreiben der Schlingen, schlechtes Greifen am verdreckten Seil) und es gab dewegen schon tödlichen Unfälle. Für den Fall, daß mal der Berggeist eine Steigklemme gemaust hat, sollte aber auch Otto Normalbefahrer mit einem Stück Schlinge am Seil hochkommen. Beliebt und einfach ist der Prussikknoten (Abbildung 145, Abbildung 144), eine elegantere Variante mit Handgriff zum Verschieben zeigt Abbildung 146.
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[[Kategorie:Unfertige Artikel]]

Aktuelle Version vom 10. Juli 2012, 07:18 Uhr

Alle Seilklemmen lassen das Seil in einer Richtung passieren und blockieren den Durchgang in die andere Richtung. Diese Funktion kann auf unterschiedliche Art erreicht werden, wie in Abbildung 141 dargestellt wird.

Die linke Abbildung zeigt die üblicherweise verwendeten und für die hier beschriebene Technik zu benutzenden Steigklemmen. Sie sind einfach in der Handhabung, in der Version für die Handsteigklemme haben sie einen bequemen Griff. Nachteilig ist, daß sie bei nachlassender Federwirkung oder stark verlehmten/ vereisten Seilen bisweilen nicht greifen, sondern sich auch nach unten verschieben lassen. Um dies zu minimieren, sind sie einmal mit kleinen Zähnchen versehen (die wiederum irgendwann über’s Seil gehen) und zum anderen mit raffiniert ausgeklügelten Schlitzen zum Abführen des Schlamms ausgerüstet, die nichts bewirken. Haben sie jedoch einmal gegriffen, ist ein Durchrutschen nicht mehr zu fürchten.

Die Steigklemmen haben zur Bedienung des Klemmenhebels einen hervorragenden Stift oder einen Extragriff. Um das Seil einzulegen oder wieder aus der Steigklemme herauszubekommen, muß man den Stift erst nach unten und dann nach hinten schwenken - dadurch wird ein Sicherheitsmechanismus gelöst, der das Herausspringen des Seils aus der Steigklemme im Normalbetrieb weitgehend verhindert.

Will man das Seil ein Stück gegen die Blockaderichtung durch die Seilklemme laufen lassen, bedient man nicht diesen Sicherungshebel, sondern drückt mit einem Finger von oben die Klemme zurück (Abbildung 142), um ein unbeabsichtigtes Aushängen des Seiles zu vermeiden. Das funktioniert nur im entlasteten Zustand und ist zum Beispiel wichtig, wenn man mit den Steigklemmen ein Stück am Seil nach unten will. Man macht sich mit der Bedienung der Steigklemme natürlich wie bei allen neuen Geräten erstmal im Trockentrainig bekannt. Es ist gefährlich, in den Sicherungshebel zur besseren Bedienbarkeit einen Karabiner einzuhängen - in diesen kann sich leicht ein anderer Ausrüstungsteil einhängen und die Steigklemme ungewollt lösen.

Empfehlenswert sind Bruststeigklemmen, bei der die Einbindeösen oben und unten so gebogen sind, daß sie auch bei durchgeführtem Karabiner flach am Körper anliegen können. Handsteigklemmen gibt es in Versionen mit Links- und Rechtsgriff, was schon ganz schöner Luxus ist – jede Ausführung läßt sich auch für die jeweils andere Hand verwenden.

Abbildung 141 Mitte zeigt das Prinzip, das auch beim Shunt verwendet wird. Unter extremer Last (Sturz) kann das Seil durchrutschen, zur Sturzsicherung ist dieser Mechanismus daher sehr brauchbar. Dazu sind die anderen Klemmen nicht geeignet - das abrupte Eingreifen und Blockieren der Klemmen am Seil führt zu harten Fangstößen, die für Mann und Seil unangenehm bis gefährlich sind. Der Shunt ist für Einfach- und Doppelseil geeignet und nötigenfalls als Handsteigklemme oder Rücklaufsperre für einen Flaschenzug, aber nur ganz begrenzt als Bruststeigklemme einsetzbar. Zum Einlegen und Herausnehmen des Seils (Abbildung 143) muß der Karabiner aus dem Klemmhebel herausgenommen werden, wodurch der Shunt nicht mehr angebunden ist und beim Herausrutschen aus der Hand schnell in den Schachtgrund entschwindet. Eine kleine Schlinge (2..3 mm Reepschnur) in der dafür vorgesehenen Öse des Klemmenhebels verhindert das.

Abbildung 141 Rechts zeigt ein in den USA verbreitetes Steigklemmenprinzip, inzwischen auch bei Petzl im Vertrieb. Die Klemmen greifen sicher auch am stark verdreckten Seil und haben keine Zähne, höchstens Riefen zum besseren Anziehen und zur Abführung von Dreck und Wasser, wodurch sie natürlich seilschonend sind. Nachteilig an den käuflichen Modellen (Ausnahmen sind uns noch nicht bekannt) ist der Aufbau aus Einzelteilen, die beim Einlegen und Herausnehmen des Seils aus der Klemme auseinandergenommen und wieder montiert werden müssen, wozu man beide Hände frei haben muß. Als Bruststeigklemme lassen sich diese Klemmen ebenfalls schlecht verwenden.

Dann gibt es noch ganz harte Befahrer (oder einfach Masochisten), die gern mit Knoten aufsteigen. Diese Knoten sind fehleranfällig (Durchreiben der Schlingen, schlechtes Greifen am verdreckten Seil) und es gab dewegen schon tödlichen Unfälle. Für den Fall, daß mal der Berggeist eine Steigklemme gemaust hat, sollte aber auch Otto Normalbefahrer mit einem Stück Schlinge am Seil hochkommen. Beliebt und einfach ist der Prussikknoten (Abbildung 145, Abbildung 144), eine elegantere Variante mit Handgriff zum Verschieben zeigt Abbildung 146.