Anschnitt: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | '',,Die Berg-Rechnungen wurden auf ein bis zwei Ellen langen Kerbhölzern angeschnitten, also dass jeder Schichtmeister seine Kerbhölzer auf dem Berg-Amt-Hause hatte; So viel nun derselbe berechnete, so viel schnitte derselbe auf das Kerb-Holz. Man kann sich leichte fürstellen, dass eine Rechnungs-Cammer einer Holz-Cammer ähnlicher gesehen, wenn so viel Kerbhölzer von ziemlicher Größe beysammen gelegen. Und von diesen hölzernen Registern heisset noch iezo die Ablegung der Rechnung, so die Schichtmeister auf dem Berg-Amt-Hausse verrichten, der Anschnitt.''“< | + | '',,Die Berg-Rechnungen wurden auf ein bis zwei Ellen langen Kerbhölzern angeschnitten, also dass jeder Schichtmeister seine Kerbhölzer auf dem Berg-Amt-Hause hatte; So viel nun derselbe berechnete, so viel schnitte derselbe auf das Kerb-Holz. Man kann sich leichte fürstellen, dass eine Rechnungs-Cammer einer Holz-Cammer ähnlicher gesehen, wenn so viel Kerbhölzer von ziemlicher Größe beysammen gelegen. Und von diesen hölzernen Registern heisset noch iezo die Ablegung der Rechnung, so die Schichtmeister auf dem Berg-Amt-Hausse verrichten, der Anschnitt.''“ (Beyer[[Quellen|<sup>(06)</sup>]]) |
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Version vom 31. August 2012, 14:28 Uhr
Als Anschnitt bezeichnet man die Vorlage und Abrechnung der Einnahmen und Ausgaben des Berggebäudes beim Bergamt. Der Anschnitt erfolgte in früheren Jahrhunderten mittels Kerbholz.
Anschnitt halten oder Anschneiden bedeutet so viel wie Rechnung legen.
„Es sol alle den Jenigen, so Lehnschaften bawen, aufferlegt seyn, dass sie von denselben wöchentlich anschneiden und Ordnung halten."
Löhneyss, G.E. , Bericht vom bergwerck, wie man dieselben bawen vnd in guten wolstande bringen sil sampt allen dazu gehörigen arbeiten, ordnung vnd Rechtlichen processen, Zellerfeld 1617
,,Die Berg-Rechnungen wurden auf ein bis zwei Ellen langen Kerbhölzern angeschnitten, also dass jeder Schichtmeister seine Kerbhölzer auf dem Berg-Amt-Hause hatte; So viel nun derselbe berechnete, so viel schnitte derselbe auf das Kerb-Holz. Man kann sich leichte fürstellen, dass eine Rechnungs-Cammer einer Holz-Cammer ähnlicher gesehen, wenn so viel Kerbhölzer von ziemlicher Größe beysammen gelegen. Und von diesen hölzernen Registern heisset noch iezo die Ablegung der Rechnung, so die Schichtmeister auf dem Berg-Amt-Hausse verrichten, der Anschnitt.“ (Beyer(06))
,,Anschnitt heißt, wenn der Schichtmeister in Beyseyn des Steigers auff gewisse hierzu bestimmte Tage, so gemeiniglich der Sonnabend ist, vor dem Berg-Amte, über alle Berg-, Hütten-, Schmiede- und gemeine Kosten, und was sonsten bey der Zeche vor Ausgaben vorfallen, von Stück zu Stück, und nicht nach denen laboribus, vor dem Berg-Amte Rechnung thut, und solches öffentlich ablieset, damit solche Kosten und Ausgaben examinieret, und von dem Geschworenen auffgezeichnet, auch um Nachrichtung willen beygeleget werden können.“
Christoph Herttwig: Neues und vollkommenes Berg-Buch, 2. Auflage, Dresden und Leipzig, 1734,
Die Bergkosten wurden im Anschnittregister erfasst und nach Prüfung in das Anschnittbuch eingetragen.