Entkräftung und Wassermangel: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 25. Juni 2012, 10:49 Uhr
Entkräftung und Wassermangel
Wie die Unterkühlung ist die Entkräftung und starker Wasserverlust des Körpers eine typische Gefahr bei Befahrungen. Bei unklaren Erschöpfungszuständen ist daher als erste Maßnahme Ruhe, Essen und Trinken angebracht (jedoch nicht, wenn der Verletzte bewußtlos oder unklar schläfrig ist, unter Übelkeit und Erbrechen leidet, bei Unterleibsverletzungen und Schock). Es geht nicht darum, Weicheierei als Befahrungskriterium herauszuarbeiten, sondern schon jeder beginnende Erschöpfungszustand führt zu Konzentrationsverlust, verlangsamten Reflexen und Koordinationsfehlern und erhöht so die Unfallgefahr, auch wenn es selten zum körperlichen Zusammenbruch als letztliche Folge einer Entkräftung kommt.
Das sinnvollste Verhalten hängt letztlich stark von der konkreten Situation ab: Kurz vor dem Mundloch kann der Körper während einer längeren Rast (aber Vorsicht vor Unterkühlung!) soviel Reserven mobilisieren, daß man zumindest ohne überflüssiges Gepäck noch 'rauskommt – Seil und Schleifsack holt man später. Traubenzucker, Schokolade und ähnliche Energiespender wirken kurzfristig, halten aber nicht lange vor (etwa eine halbe Stunde) und sind vor allem bei den letzten Kraftakten eine wirksame Hilfe. Feste, kräftige Nahrung wirkt später (nach einer halben bis einer Stunde), hält dann aber auch vor. Das beste ist daher, es erst gar nicht zum „Hungerast“ kommen zu lassen, sondern immer mal zu pausieren. Ist absehbar, daß der Betroffene aus eigener Kraft die Grube nicht wird verlassen können und sind keine Lebensmittel mehr verfügbar, ist es das Beste, ein Biwak aufzubauen und diejenigen, die körperlich noch das meiste durchhalten, ohne überflüssiges Gepäck um Nachschub ausfahren zu lassen.
Auch zu starker Flüssigkeitsverlust wird schneller als gedacht zu einem ernsten Problem, er äußert sich wie ein Erschöpfungszustand durch Unwohlsein, sinkende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Der Wasserverlust durch Schwitzen und Atmung ist bei einer Befahrung sehr groß. Wer sich in eine solche Lage gebracht hat, weil er nicht genügend Getränke mitnahm, muß dann halt Grubenwässer saufen, auch wenn das hygienisch nicht eben empfehlenswert ist. Man versucht natürlich, möglichst reines Wasser zu finden – rein von Schwermetallen nämlich, ordinärer Dreck ist weniger schwerwiegend. Alle Wässer, aus denen sich mineralische Krusten absetzen oder auf denen sich Schaumflocken bilden, sind als sehr bedenklich einzustufen. Bei schnell fließenden Wässern mit erkennbar hohem Durchsatz kann man eher davon ausgehen, daß die Schadstoffquellen schon ausgewaschen wurden.
Bei der Entkräftung wie bei Flüssigkeitsmangel ist es wichtig, den Körper nicht zu überlasten, wenn man denn endlich an Essen und Trinken heran kann. Es heißt zunächst mäßig essen und trinken, dem Magen Zeit zur Aufnahme geben, dann wieder mäßig nachschieben.