Schacht: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 14. Juni 2012, 23:59 Uhr
Schächte sind mehr oder weniger vertikal verlaufende schlauchartige Grubenräume.
Nach ihrer Lage zur Tagesoberfläche, ihrer Vortriebsrichtung und technischen Bestimmung unterscheidet man zunächst grob in Tagschächte (österr.) oder Tagesschächte (mit Tagesöffnung) und Blindschächte (ohne Tagesöffnung).
Die Blindschächte werden nach ihrer Vortriebsrichtung als Überhauen (auch: Aufhauen, von unten nach oben vorgetrieben) und Gesenke (auch: Abteufen, von oben nach unten vorgetrieben) unterschieden.
In Kunstschächten befanden sich Einrichtungen zur Wasserhebung, in Treibeschächten wurde gefördert. Diente ein Schacht mehreren Zwecken (häufig: Kunst- und Treibeschacht), war er oft in durch Vertonnungsbretter (Holzkonstruktionen) oder Schachtscheider (Mauern) in mehrere Trümer (Schachtabschnitte mit unterschiedlicher Funktion) unterteilt, häufigstes Beispiel: Fördertrum und Fahrtentrum. Als Durchschnittschacht bezeichnet man einen größeren Verbindungsschacht zwischen zwei Sohlen, meist zur Förderung oder Fahrung, ein Richtschacht ist ein lotrecht geteufter Schacht (meist im Nebengestein). Schächte können seiger (auch: saiger, senkrecht), tonnlägig (schräg mit 85° bis 45° Neigung gegen die Horizontale) oder flach (schräg mit 40° bis 15° Neigung) einfallen.
Im ältesten Bergbau trifft man mancherorts sogenannte Stufenschächte an; diese tonnlägigen Schächte besitzen, bedingt durch die angewandte Vortriebstechnologie (Schlägel und Eisen; von oben nach unten) in ihrem Liegenden Stufen (manchmal nur angedeutet, siehe auch Abbildung 63) über einen Teil oder die ganze Breite des Schachtes.
Ebenfalls im Altbergbau häufig sind abgesetzte Schächte, sie sind in ihrer Bedeutung für den Grubenbau als durchgehender Schacht zu interpretieren, wurden jedoch wegen der beschränkten beherrschbaren Seillänge am Haspel (15 bis 40 m) in wenige Meter gegeneinander versetzte Teilstücken gegliedert (Abbildung 13), die oft gleichzeitig Abbauniveaus kennzeichnen.
