Unterkühlung

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Unterkühlung

Eine höhlen- und altbergbautypische Gefahr sind Unterkühlungen. Häufigste Ursache sind zu weit gesteckte Ziele – die Leistungsfähigkeit beziehungsweise die Reserven des Körpers werden erschöpft. Im allgemeinen wird es kaum zu einer Unterkühlung kommen, solange man sich noch zügig bewegt. Ist man zu häufigen Pausen gezwungen, weil die Kräfte ohnehin nicht mehr reichen oder bei längerer Unbeweglichkeit infolge einer Verletzung, wird die Gefahr einer Unterkühlung akut. Ist man einmal „baden gegangen“, ist das dagegen nicht so kritisch, solange man noch zügig Richtung Mundloch fahren kann.

Eine Unterkühlung kündigt sich langsam an und wenn man auf diese Vorzeichen achtet und entsprechend gegenwirkt, kann man ernste Situationen vermeiden. Es beginnt mit dem sogenannten „Abwehrstadium“, welches durch Kältezittern, blasse Arme und Beine, ein blaurotes Gesicht, erhöhten Puls und allgemeine Unruhe gekennzeichnet ist. Spätestens bei Eintritt dieser Symptome muß die Unterkühlung ernst genommen und etwas dagegen getan werden.

Dann folgt das Erschöpfungsstadium mit verlangsamten Reflexen, Muskelstarre, unregelmäßiger Atmung und schwachem Puls. Gegenmaßnahmen:

  • ganz klar Verhinderung weiteren Wärmeverlustes (trockene Sachen wenn irgend auftreibbar, die Sachen der anderen Befahrer als zusätzlicher Wärmeschutz),
  • Einschränkung der Verdunstung als größtem Wärmeverlustfaktor zum Beispiel mittels Gummisachen (Wärme- und Verdunstungsschutz optimal durch Rettungsdecken), sowie
  • Wärmezufuhr (Karbidentwickler an der Körper bringen, warme Getränke wenn irgendwie beschaffbar, Kameradenwärme) und
  • Versorgung des Körpers mit viel Energie (sofort wirksame Energiespender wie Traubenzucker, Zucker, Schokolade, Müsliriegel und so weiter, auch kräftige Nahrung hilft, wenn auch erst nach etwa einer halber Stunde, soviel Ruhe ist aber in jedem Fall erforderlich vor dem Weitermarsch!).

Bewegt werden soll der Unterkühlte bis zur Wiederherstellung normaler Körperfunktionen nicht mehr als nötig, sonst versucht der Körper, sein gesamtes Volumen auf einen Schlag wieder durchzuwärmen und schafft diesen Kraftakt womöglich nicht. Also auch keinen Transport in diesem Zustand! Bei ruhiger Lagerung geht die Wiedererwärmung langsamer vor sich. Die Lagerung erfolgt auf möglichst wärmeisoliertem Untergrund (Wechselsachen, Schleifsäcke, Seilmaterial, Achtung: Rettungsdecken wirken nicht gegen die Wärmeleitung!). Sehr ausführlich zum Thema Unterkühlung: Andreas Schmitter in [5], Ausgabe 14.