Aufnahmen
Unter Aufnahmen sind die Techniken zu verstehen, die die Grundlage für die Dokumentation der Grube bilden. Der Dokumentation ist ein separates Kapitel gewidmet (Kapitel 10), in welchem die unterschiedlichen Dokumentationsformen und die einzelnen Arbeitsschritte beschrieben sind. Daher gibt es hier nur ein paar allgemeine Anmerkungen.
Grundsätzlich ist eine fertiggestellte Arbeit fünf halbfertigen vorzuziehen. Deswegen konzentriert man sich lieber auf eine Sache und bringt diese zu Ende, indem man anderes auf die nächste Tour verschiebt, wenn absehbar wird, daß man das für die jeweilige Befahrung Geplante nicht vollständig schaffen kann. Aus gleichem Grund verschiebt man nichts auf den Rückweg – auf dem Rückweg wird es dann erfahrungsgemäß doch nichts.
Zum Befahrungsbericht, mithin zur Aufnahme, gehört auch das schlichte „Da und dort waren wir, wir haben dies und das in diesem Bereich nicht gesehen“. Sonst muß jeder, den das interessiert, die Tour nochmals machen. Die gründliche Aufnahme beinhaltet nicht nur die Hauptstrecken – fast noch wichtiger ist das konsequente Bekriechen aller kleinen Nebenstrecken und Abbaue und die Untersuchung aller verdächtigen, engen, häßlichen, leicht übersehbaren Durchschlupfe in Firste, Strosse und Stößen, hinter Versatz und in Bruch und Dreck und Sudel. Das muß man nun nicht gleich bei der ersten Erkundung tun, aber wenn eine Grube als „bekannt“ gelten soll, ist es notwendig. Hat man das ein paar mal gemacht, treibt einen schon der Eigennutz dazu – die Hauptstrecken sind schließlich immer wieder und wieder befahren worden, richtiges „Neuland“ gibt es nur dort, wo sich bisher alle zu fein waren hinzukriechen.
Ansonsten bleibt nur darauf hinzuweisen, daß es erfahrungsgemäß am besten ist, sich in der Grube so umfänglich wie möglich Notizen zu machen. Zweckmäßig dazu ist ein Befahrungsbuch im Format etwa A5 mit soliden Pappdeckeln. Zusammen mit Bleistiften und Kugelschreiber verschwindet es in zwei Plastebeuteln oder einer Frückstücksdose halbwegs wasserdicht und an eine Stelle, wo man es immer leicht zur Hand hat – unter die Kutte gesteckt oder ganz oben auf dem Rucksack. Nach der Befahrung wird es zügig ausgepackt und getrocknet, sonst kann es leicht schimmeln. Es gibt auch wasserfestes Papier (Globetrotter Ausrüstung).