Schacht

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Schächte sind im herkömmlichen Sinne mehr oder weniger vertikal verlaufende schlauchartige Grubenräume im Gebirge.

Abgesetzte Schächte Bis 40 m bei fast seigeren Schächten, sonst in der Regel bis 25 m

Als Sonderfall wurden bei der SDAG Wismut auch Stolln als Schächte bezeichnet.

Heute wird mit Schacht auch oftmals der gesamte Grubenraum mit den dazugehörigen übertägigen Gebäuden bezeichnet.

Von Tag- oder Tagesschächten spricht man, wenn diese von der Tagesoberfläche niedergebracht worden. Blindschächte haben ihren Ausgangspunkt im Grubengebäude. Die Auffahrung von Schächten erfolgt durch teufen oder durch das hochbrechen von Überhauen. Zur Beschleunigung der Arbeiten werden auch beide Varianten gleichzeitig genutzt.

Um einen höheren Haldensturz zu erreichen wurden die Schächte des Altbergbaues mit Hilfe einer Bruchsteinmauer aufgesattelt, so dass die Rasenhängebank mehrere Meter über dem Umgebungsniveau lag.

Abhängig von ihrer Neigung werden saigere und tonnlägige Schächte unterschieden. Je nach Zweck und geplanter Standdauer werden die Schächte in rechteckigen, runden und ovalen Profilen aufgefahren.

Der Ausbau der Schächte ist abhängig von seinem Profil und dem Gestein in dem er geteuft wurde. Der einfachste Ausbau ist der Holzausbau in Form von Bolzenschrotausbau. Für Schächte mit längerer Standdauer wurde die Ausmauerung mit Feldsteinen oder später dann Ziegeln angewendet. Moderne Schächte werden heute meißt mit Beton ausgebaut. Je nach ihrer Funktion werden Fahrschächte, Wetterschächte, Förderschächte, Kunstschächte, Treibeschächte, Richtschächte u.s.w. unterschieden.

Im ältesten Bergbau trifft man mancherorts sogenannte Stufenschächte an; diese tonnlägigen Schächte besitzen, bedingt durch die angewandte Vortriebstechnologie (Schlägel und Eisen; von oben nach unten) in ihrem Liegenden Stufen (manchmal nur angedeutet, siehe auch Abbildung 63) über einen Teil oder die ganze Breite des Schachtes.

Die Teufe der Schächte ist abhängig von der Tiefe der Lagerstätte und der eingesetzten Fördertechnik. Die im Altbergbau eingesetzte Haspel hatte eine maximale Förderhöhe von 40 m und machte damit das Absetzen der Schächte notwendig. (siehe Bild). Die in den Anfangsjahren der Wismut eingesetzte Fördemaschine TM 23 ermöglichte nur eine Maximale Teufe von 300 m. So das es auch hier abgesetzte Schächte wie im Altbergbau gab.

Bei größeren Schächten wurde die Schachtröhre durch Vertonnungsbretter (Holzkonstruktionen) oder Schachtscheider (Mauern) in mehrere Trümer unterteilt. häufigstes Beispiel: Fördertrum und Fahrtentrum.