Unschlitt

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Als Unschlitt bezeichnet man tierische Körperfette (Talg), die als Brennmaterial für offene Geleuchte, meist tönerne Froschlampen, diente. Neben KienspanKienspänen zählen Unschlittlampen mit zu den ältesten bekannten Geleuchten.

Unschlitt wurde hauptsächlich durch Schmelzen aus dem nicht für den Verzehr geeigneten festen Fettgewebe von Rindern, Schafen, Ziegen und Hirschen gewonnen und als Brennstoff schon seit dem Neolithikum verwendet. Neben dem Einsatz als Brennstoff für Geleuchte im Bergbau wurde Unschlitt auch zur Herstellung von Kerzen (Talglichter), Salben, Seifen und Schmiere verwendet.

Die Herstellung von Unschlitt wurde meist von den Schlachtern selber übernommen. Teilweise oblag es aber einem städtischen Monopol, dem Unschlittamt (z. B. in Nürnberg), an welches alle entsprechenden Schlachtabfälle geliefert werden mussten.

Die Verbrennung des Unschlittes war von starker Ruß- und Geruchsentwicklung bei gleichzeitiger geringer Lichtausbeute gekennzeichnet. Mit der schrittweisen Einführung der Ölgeleuchte ab dem 17. Jahrhundert wurden Unschlittlampen immer seltener eingesetzt.