Mineral

Aus Handbuch
Version vom 14. Juni 2012, 21:43 Uhr von Markscheider (Diskussion | Beiträge) (übernommen)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Mineral (griechisch Minera: „Erz“) bezeichnet man einen natürlich vorkommenden Stoff mit definierter chemischer Zusammensetzung in zumeist kristalliner Form. Kristalle sind Körper, deren Bausteine (Atome, Ionen, Moleküle) dreidimensional periodisch angeordnet sind, das heißt ein Kristallgitter bilden. Treten die Kristalle so dicht gedrängt im Verband auf, daß die Formen des einzelnen Kristalls nicht mehr erkennbar sind und „der Stein“ wie eine Anhäufung unregelmäßiger Körner wirkt, spricht man von einem Aggregat. Einen Hohlraum im Gestein mit Kristallbildungen nennt man in der Mineralogie eine Druse, ein etwa faustgroßes Stück ein Handstück, ein Stück mit ästhetischem oder wissenschaftlichem Wert eine Stufe. Achtung, nicht jede Stufe ist ein bunter Stein: es gibt außerdem den Begriff Stufe von Verstufung im Bergrecht und die Stufen im Stufenschacht!

Als Erze werden landläufig Minerale (oder auch Gesteine) bezeichnet, aus denen sich ein oder mehrere gesuchte Metalle gewinnen lassen (zum Beispiel „Silbererz“; in der Wismut stand der Begriff Erz allgemein für das gesuchte Uran, welches offiziell nicht genannt werden durfte). Die Minerale, auf deren Gewinnung sich der jeweilige Bergbau konzentrierte, wird man in einer auflässigen Grube zwangsläufig am seltensten finden. Allenfalls erzarme Gangpartien, deren Gewinnung zur Zeit des Betriebs wirtschaftlich nicht sinnvoll war, wird man antreffen. Häufiger wird man noch die Minerale finden, welche im Erzgang enthalten sind oder ihn begleiten, aber nicht Ziel der Gewinnungsarbeit waren (Gangarten). Eine umgebende Gesteinshülle hat man dagegen noch in jedem Bergwerk, und oft kann man aus Änderungen der Gesteinszusammensetzung und der Gangarten auf die ehedem vorhandene Erzführung schließen.