Natürliche Strahlenbelastung
Jeder ist auch über Tage einer natürlichen Strahlenbelastung (in Klammern Daten für die BRD in effektiver Äquivalent- Dosis/Jahr/Mensch) ausgesetzt, die sich ergibt aus der Einwirkung der kosmischen Strahlung (0,3–0,5 mSv), gebietsabhängig der terrestrischen Strahlung aus Gesteinen (0,2–0,5 mSv) und Baustoffen (0 für Holz oder Sandstein, 0,1–0,2 mSv für Ziegel oder Beton, 0,4–2 mSv für Granit) und der im Körper eingelagerten natürlichen Radionuklide aus den Zerfallsreihen von beispielsweise Kalium und Rubidium (1,6 mSv). Hinzu kommen Belastungen aus klinischdiagnostischen Anwendungen, insbesondere von Röntgenstrahlen (1 mSv; 0,05–10 mSv pro Untersuchungen), radioaktivem Fallout (zur Zeit <0,01 mSv, in den 60er Jahren: 0,1–0,2 mSv), Flugverkehr (0,005–0,06 mSv, je nach Streckenlänge), Kernenergiegewinnung (0,00001 mSv), und einer eventuellen beruflichen Strahlenbelastung.
Im Durchschnitt erhält ein Einwohner der BRD aus natürlichen und zivilisatorischen Strahlenquellen eine effektive Äquivalent-Dosis von 3,2 mSv pro Jahr [8], bei einem Grenzwert für Personen aus der Bevölkerung durch künstliche Strahlenbelastung nach der Strahlenschutzverordnung von 0,3 mSv (Zitiert nach [27]). Der sehr niedrige Grenzwert verdeutlicht den Ansatz des Strahlenschutzes: die Belastung durch künstlich verursachte radioaktive Strahlenbelastung geht unter gegenüber der natürlich gegebenen Belastung, ähnlich der Ansatz im Strahlenschutz für beruflich Strahlenbelastete: Die Schädigungswahrscheinlichkeit durch Strahlung ist klein gegenüber der durch andere Berufsrisiken. Die Grenzwerte für berufliche wie natürliche Belastung beschränken sich jedoch nicht nur auf den hier wiedergegebenen Grenzwert für die Gesamtkörper-Äquivalentdosis, sondern werden untersetzt durch Grenzen für Teilkörperdosen (bezogen auf einzelne Organe), Langzeit-Grenzwerte, Unterschiede für dauernde Niedrig- und kurzzeitige Spitzenbelastung und so weiter.