Räumnadel: Unterschied zwischen den Versionen

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Sie diente dazu, den Zugang (Zündkanal) zum Pulver ([[Patrone]]) herzustellen und in einem mit [[Besatz]] gefüllten Sprengbohrloch offen zu halten.
 
Sie diente dazu, den Zugang (Zündkanal) zum Pulver ([[Patrone]]) herzustellen und in einem mit [[Besatz]] gefüllten Sprengbohrloch offen zu halten.
  
Dazu wurde die pulvergefüllte Patrone mit der Räumnadel aufgespießt und in das Bohrloch geschoben. Nach Einbringen eines [[Schießpflock]]s oder eines Pfropfens aus Papier, Holz oder Moos über der Patrone, wurde das Bohrloch mit [[Besatz]] oder [[Wolger]]n gefüllt und unter Zuhilfenahme des [[Schlägel|Fäustels]] sowie des [[Lettenstampfer]]s, dessen Hohlkehle an der Nadel liegt, mit Anfangs leichten und später kräftigen Schlägen der Besatz verdichtet. Letztendlich wurde das Bohrloch noch mit [[Letten]] verschmiert und die ''Räumnadel'' vorsichtig aus dem Bohrloch herausgetrieben, in dem eine [[Bohrer|Bohrstange]] durch den Ring der ''Räumnadel'' gesteckt und leicht darauf geschlagen wurde.
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Dazu wurde die pulvergefüllte Patrone mit der Räumnadel aufgespießt und in das Bohrloch geschoben. Nach Einbringen eines Pfropfens aus Papier, Holz oder Moos (vormals wurden [[Schießpflock|Schießpflöcke]] verwendet) über der Patrone, wurde das Bohrloch mit [[Besatz]] oder [[Wolger]]n gefüllt und unter Zuhilfenahme des [[Schlägel|Fäustels]] sowie des [[Lettenstampfer]]s, dessen Hohlkehle an der Nadel liegt, mit Anfangs leichten und später kräftigen Schlägen der Besatz verdichtet. Letztendlich wurde das Bohrloch noch mit [[Letten]] verschmiert und die ''Räumnadel'' vorsichtig aus dem Bohrloch herausgetrieben, in dem eine [[Bohrer|Bohrstange]] durch den Ring der ''Räumnadel'' gesteckt und leicht darauf geschlagen wurde.
 
In den so entstandenen Zündkanal wurde nun der [[Halm]] gesteckt.
 
In den so entstandenen Zündkanal wurde nun der [[Halm]] gesteckt.
  
Die ursprüngliche Bestimmung der ''Räumnadel'' und somit auch die Ableitung des Namens scheint aber auf die älteste Wiese des Schießens mit Pflockbesetzung zurückzugehen.
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Die ursprüngliche Bestimmung der ''Räumnadel'' und somit auch die Ableitung des Namens scheint aber auf die älteste Wiese des Schießens mit Pflockbesetzung zurückzugehen.<br />
 
„Wird / da die Spur durch das Schlagen zusammen setzen sollte / gebrauchet / damit in derselben auffgeräumet.“, (Berward, C. [[Quellen|<sup>(26)</sup>]])
 
„Wird / da die Spur durch das Schlagen zusammen setzen sollte / gebrauchet / damit in derselben auffgeräumet.“, (Berward, C. [[Quellen|<sup>(26)</sup>]])
  

Aktuelle Version vom 24. September 2012, 09:35 Uhr

Die Räumnadel (Schießnadel, Ladespitz) ist eine starke, lange und nach unten schwächer zulaufende Nadel aus Messing, Kupfer oder Bronze, die am oberen Ende mit einem stählernen Ring verbunden war.

Sie diente dazu, den Zugang (Zündkanal) zum Pulver (Patrone) herzustellen und in einem mit Besatz gefüllten Sprengbohrloch offen zu halten.

Dazu wurde die pulvergefüllte Patrone mit der Räumnadel aufgespießt und in das Bohrloch geschoben. Nach Einbringen eines Pfropfens aus Papier, Holz oder Moos (vormals wurden Schießpflöcke verwendet) über der Patrone, wurde das Bohrloch mit Besatz oder Wolgern gefüllt und unter Zuhilfenahme des Fäustels sowie des Lettenstampfers, dessen Hohlkehle an der Nadel liegt, mit Anfangs leichten und später kräftigen Schlägen der Besatz verdichtet. Letztendlich wurde das Bohrloch noch mit Letten verschmiert und die Räumnadel vorsichtig aus dem Bohrloch herausgetrieben, in dem eine Bohrstange durch den Ring der Räumnadel gesteckt und leicht darauf geschlagen wurde. In den so entstandenen Zündkanal wurde nun der Halm gesteckt.

Die ursprüngliche Bestimmung der Räumnadel und somit auch die Ableitung des Namens scheint aber auf die älteste Wiese des Schießens mit Pflockbesetzung zurückzugehen.
„Wird / da die Spur durch das Schlagen zusammen setzen sollte / gebrauchet / damit in derselben auffgeräumet.“, (Berward, C. (26))

Räumnadeln bestanden Anfangs aus Eisen, später aus Kupfer, Messing oder Bronze, um die Bildung von Funken beim Einbringen des Besatzes bzw. beim Heraustreiben der Räumnadel zu verhindern.