Lagerstätten: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Abb_006.jpg|thumb|Abbildung 6: Formen der Lagerstätten a) Ganglagerstätte; b) stockförmige Lagerstätte; c) Banklagerstätte; d) Imprägnation des Nebengesteins (der angedeutete dünne Gang kann, muß aber nicht vorhanden sein)]]
 
[[Datei:Abb_006.jpg|thumb|Abbildung 6: Formen der Lagerstätten a) Ganglagerstätte; b) stockförmige Lagerstätte; c) Banklagerstätte; d) Imprägnation des Nebengesteins (der angedeutete dünne Gang kann, muß aber nicht vorhanden sein)]]
Ist ein Vorkommen von Mineralien oder Gesteinen wirtschaftlich nutzbar, so wird es als '''Lagerstätte''' des betreffenden Rohstoffes bezeichnet. Im Altbergbau finden wir Abbaue von Mineralien (z.B. Erzmineralien, Fluorit, Quarz), wie auch solche von Gesteinen (Kalk, Quarzit, zinnsteinführendem Granit beziehungsweise Greisen). Je nachdem, wie sich der geringste Aufwand für die Gewinnung ergab, wurde im Tage- oder Tiefbau abgebaut. In der Regel wurde eine Lagerstätte zunächst im Tagebau erkundet und erschlossen und bei weiterer Bauwürdigkeit ging man fließend zum Tiefbau über. Beim Tiefbau sind die nutzbaren Gesteine oder Mineralien immer vom sogenannten ''Nebengestein'' (taubes Gestein), welches keine nutzbaren Stoffe enthält, umgeben.  
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Ist ein Vorkommen von [[Mineralien]] oder [[Gesteinen]] wirtschaftlich nutzbar, so wird es als '''Lagerstätte''' des betreffenden Rohstoffes bezeichnet. Im Altbergbau finden wir [[Abbaue]] von Mineralien (z.B. Erzmineralien, Fluorit, Quarz), wie auch solche von Gesteinen (Kalk, Quarzit, zinnsteinführendem Granit beziehungsweise Greisen). Je nachdem, wie sich der geringste Aufwand für die Gewinnung ergab, wurde im Tage- oder Tiefbau abgebaut. In der Regel wurde eine Lagerstätte zunächst im [[Tagebau]] erkundet und erschlossen und bei weiterer Bauwürdigkeit ging man fließend zum Tiefbau über. Beim Tiefbau sind die nutzbaren Gesteine oder Mineralien immer vom sogenannten [[Nebengestein]] (taubes Gestein), welches keine nutzbaren Stoffe enthält, umgeben.  
  
Da die Formen der Lagerstätten prägend auf die Bergbautechnologie und somit auf die Gestalt der Grubenräume im Altbergbau wirken, geben wir im Folgenden einen kurzen Abriß. Selbstverständlich können wir im Rahmen dieses Handbuches keine Abhandlung der Geologie und Lagerstättenlehre geben, dazu gibt es genügend gute Fachliteratur (zum Beispiel [47], [50]).  
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Da die Formen der Lagerstätten prägend auf die Bergbautechnologie und somit auf die Gestalt der [[Grubenbaue]] im Altbergbau wirken, geben wir im Folgenden einen kurzen Abriß. Selbstverständlich können wir in diesem Rahmen keine Abhandlung der Geologie und Lagerstättenlehre geben, dazu gibt es genügend gute Fachliteratur (zum Beispiel [47], [50]).  
  
 
Erzmineralien kommen in ''gangförmigen'' und ''stockförmigen'' Lagerstätten oder als Imprägnationen des Nebengesteins in unterschiedlich ausgeprägter Verteilung vor. Lagerstätten nutzbarer Gesteine sind an die geologische Struktur des abzubauenden Gesteinskörpers gebunden, so kommt zum Beispiel Kalkstein in ''bankartigen'' Schichten (oder Flözen) und Steinsalz in stockförmigen Lagerstätten vor. Eine Übersicht zeigt Abbildung 6.  
 
Erzmineralien kommen in ''gangförmigen'' und ''stockförmigen'' Lagerstätten oder als Imprägnationen des Nebengesteins in unterschiedlich ausgeprägter Verteilung vor. Lagerstätten nutzbarer Gesteine sind an die geologische Struktur des abzubauenden Gesteinskörpers gebunden, so kommt zum Beispiel Kalkstein in ''bankartigen'' Schichten (oder Flözen) und Steinsalz in stockförmigen Lagerstätten vor. Eine Übersicht zeigt Abbildung 6.  
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* an gangförmigen Zerreibungs- oder Auflockerungszonen im Nebengestein (sogenannte ''Ruschel''- oder ''Klüftungszone'', letztere oft stark wasserführend)  
 
* an gangförmigen Zerreibungs- oder Auflockerungszonen im Nebengestein (sogenannte ''Ruschel''- oder ''Klüftungszone'', letztere oft stark wasserführend)  
 
* an wie glatt polierten, nahezu schicht- oder schieferungsparallel verlaufenden Klüftungsflächen des Nebengesteins (sogenannte ''Harnischflächen'' oder freie Kluftflächen).
 
* an wie glatt polierten, nahezu schicht- oder schieferungsparallel verlaufenden Klüftungsflächen des Nebengesteins (sogenannte ''Harnischflächen'' oder freie Kluftflächen).
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[[Kategorie:Befahrerhandbuch]]

Aktuelle Version vom 27. Juni 2012, 11:09 Uhr

Abbildung 6: Formen der Lagerstätten a) Ganglagerstätte; b) stockförmige Lagerstätte; c) Banklagerstätte; d) Imprägnation des Nebengesteins (der angedeutete dünne Gang kann, muß aber nicht vorhanden sein)

Ist ein Vorkommen von Mineralien oder Gesteinen wirtschaftlich nutzbar, so wird es als Lagerstätte des betreffenden Rohstoffes bezeichnet. Im Altbergbau finden wir Abbaue von Mineralien (z.B. Erzmineralien, Fluorit, Quarz), wie auch solche von Gesteinen (Kalk, Quarzit, zinnsteinführendem Granit beziehungsweise Greisen). Je nachdem, wie sich der geringste Aufwand für die Gewinnung ergab, wurde im Tage- oder Tiefbau abgebaut. In der Regel wurde eine Lagerstätte zunächst im Tagebau erkundet und erschlossen und bei weiterer Bauwürdigkeit ging man fließend zum Tiefbau über. Beim Tiefbau sind die nutzbaren Gesteine oder Mineralien immer vom sogenannten Nebengestein (taubes Gestein), welches keine nutzbaren Stoffe enthält, umgeben.

Da die Formen der Lagerstätten prägend auf die Bergbautechnologie und somit auf die Gestalt der Grubenbaue im Altbergbau wirken, geben wir im Folgenden einen kurzen Abriß. Selbstverständlich können wir in diesem Rahmen keine Abhandlung der Geologie und Lagerstättenlehre geben, dazu gibt es genügend gute Fachliteratur (zum Beispiel [47], [50]).

Erzmineralien kommen in gangförmigen und stockförmigen Lagerstätten oder als Imprägnationen des Nebengesteins in unterschiedlich ausgeprägter Verteilung vor. Lagerstätten nutzbarer Gesteine sind an die geologische Struktur des abzubauenden Gesteinskörpers gebunden, so kommt zum Beispiel Kalkstein in bankartigen Schichten (oder Flözen) und Steinsalz in stockförmigen Lagerstätten vor. Eine Übersicht zeigt Abbildung 6.

Ein Gesteinskörper ist keine homogene Masse. Er ist oft von sogenannten Störungen oder Verwerfungen durchzogen. Hierbei handelt es sich um tektonisch (durch Bewegungen innerhalb der Erdkruste) hervorgerufene Unregelmäßigkeiten und Verschiebungen im Gesteinskörper. Als Kluft bezeichnet man dabei eine tektonische Bruchstruktur des Nebengesteins, die kein Gang ist. Bedeutung für den Bergbau erlangen diese Strukturen, wenn die erzführenden Gesteinspartien an ihnen verschoben wurden (Verwerfungen), die Nebengesteinsart abrupt wechselt oder die Standfestigkeit der Grubenbaue durch sie beeinträchtigt wird (Störungen).

Störungen oder Verwerfungszonen erkennt man unter Tage:

  • am plötzlichen Abschneiden eines Erzganges an einer deutlich zu sehenden, nicht schicht- oder schieferungsparallel verlaufenden Gesteinsstruktur (Kluft oder ähnlichem)
  • an Verschiebungen des Erzlagers entlang einer Struktur (Kluft oder Gang)
  • an gangförmigen Zerreibungs- oder Auflockerungszonen im Nebengestein (sogenannte Ruschel- oder Klüftungszone, letztere oft stark wasserführend)
  • an wie glatt polierten, nahezu schicht- oder schieferungsparallel verlaufenden Klüftungsflächen des Nebengesteins (sogenannte Harnischflächen oder freie Kluftflächen).