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Anbohren sollte man Helme generell nicht in Bereichen, die Steinschlag ausgesetzt sein können. Durch Bohrungen wird das Materialgefüge zerstört und es bilden sich an den Rändern der Bohrungen Haarrisse. Bei einer Verformung des Helmes entstehen Materialspannungen, die an den Enden dieser Haarrissen leicht die mehr als 20fache Stärke gegenüber dem unverletzten Material erreichen und so zur Zerstörung des Helms in Ernstfall führen können. | Anbohren sollte man Helme generell nicht in Bereichen, die Steinschlag ausgesetzt sein können. Durch Bohrungen wird das Materialgefüge zerstört und es bilden sich an den Rändern der Bohrungen Haarrisse. Bei einer Verformung des Helmes entstehen Materialspannungen, die an den Enden dieser Haarrissen leicht die mehr als 20fache Stärke gegenüber dem unverletzten Material erreichen und so zur Zerstörung des Helms in Ernstfall führen können. | ||
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| + | == Geleucht == | ||
| + | Das ''Geleucht'' ist natürlich der Hauptbestandteil der Ausrüstung. Wem die Notwendigkeit, seinem Geleucht entsprechend Zeit und Sorgfalt zu widmen, nicht klar ist, der versuche aus einer ihm sehr gut bekannten Grube (ohne Schächte!!) einige 100 m zum Mundloch zu fahren – ohne Geleucht. Dieser Versuch wird erfahrungsgemäß sehr schnell aufgegeben. Um den Test zu komplettieren, suche man im Dunkeln die als Notgeleucht vorgesehenen Lichtquelle heraus und fahre dann mit dieser aus! | ||
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| + | Die Lichtquelle wird am Helm befestigt, so ist stets das Blickfeld ausgeleuchtet und die Hände bleiben frei. Es ist zweckmäßig, eine Steckbefestigung zu verwenden, um den Lampenkopf abnehmen zu können, beispielsweise zum Ausleuchten kleiner Hohlräume oder zum raschen Auswechseln des Geleuchts. | ||
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| + | Prinzipiell gibt es verschiedene Möglichkeiten, Licht bereitzustellen - elektrisch, mit offener Flamme, durch Chemilumineszens oder auch durch Fluoreszens. Praktische Bedeutung haben heute das elektrische und das Karbidgeleucht, in Sonderfällen die Benzinsicherheitslampe und chemische Leuchtstäbe (Cyalume®). | ||
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| + | === Das Karbidgeleucht === | ||
| + | Beim ''Karbidgeleucht'' wird das Licht durch die Verbrennung des Gases ''Acetylen'' (''Ethin, Äthin, Aze''), C<sub>2</sub>H<sub>2</sub>, erzeugt. Acetylen ist im chemisch reinen Zustand ein farb- und geruchloses Gas mit der etwa 0,9 fachen Luftdichte. Bei der Herstellung aus technischem ''Karbid'' (''Calciumcarbid'', CaC<sub>2</sub>, in Sachsen zum Beispiel über Chemikalienhandlung Wohlfarth) ist es zwar noch farblos, aber an einem charakteristischen Geruch leicht zu erkennen. Dieser rührt von Verunreinigungen durch Schwefelwasserstoff, Phosphorwasserstoff, Ammoniak sowie organischen Schwefel- und Phosphor-Verbindungen her. Daher sollte man nicht längere Zeit aus dem Karbidschlauch atmen. Reinstes Acetylen hatte Bedeutung als Narkosegas und wirkt beim Einatmen bei Konzentrationen von 12 Volumenprozent narkotisch, bei Konzentrationen über 50 % nach 10 min tödlich. Beim technisch verunreinigten C<sub>2</sub>H<sub>2</sub>2 liegen diese Grenzen wesentlich niedriger. | ||
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| + | Acetylen entzündet sich oberhalb 305°C und verbrennt an der Luft mit einer stark leuchtenden Flamme von 1900°C .<ref name="[8]">''CD RÖMMP Chemie Lexikon, Version 1.0. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag, 1995</ref>. Diese Temperatur wird Hosenböden, Gummisachen und speziell Haaren schnell zum Verhängnis. Auch über Tage ist Vorsicht walten zu lassen, ein kleiner Waldbrand ist | ||
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| + | (und der damit beeinflußbaren Lichtstärke) erreicht man damit eine Leuchtdauer von 15...40 h, | ||
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| + | Der entstehende Karbidschlamm besteht größtenteils aus Calciumhydroxid, welches mit der | ||
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Version vom 23. Juni 2012, 17:24 Uhr
Im Kapitel Persönliche Schutzausrüstung (PSA) erscheint jetzt eine Aufzählung von Materialien, die alle schön, nützlich und brauchbar sind und eins gemeinsam haben: sie kosten erhebliches Geld. Die beschriebenen Ausrüstungsgegenstände sind der Idealfall. Die Autoren kennen keinen sächsischen Befahrer, der sie alle beieinander hat. Gummistiefel, Bauhelm und zwei Taschenlampen genügen für die ersten Befahrungen durchaus – man muß aber die sich daraus ergebenden Grenzen respektieren!
Gleiches gilt für die beschriebenen Basteltips in Sachen Ausrüstung, für die uns sicher westliche Höfos den Kopf runterreißen werden. Eine selbstgebaute Ausrüstung, deren Grenzen man kennt, ist besser als keine. Und wenn wir warten, bis sich in Sachsen eine gewachsenen Vereinskultur gebildet hat, in der sich der Anfänger eine gekaufte und TÜV-geprüfte Ausrüstung borgen kann - gibt es nichts mehr zu erforschen.
Inhaltsverzeichnis
Helm
Der Helm hat neben der Aufgabe, den Kopf des Befahrers formschön abzurunden und lichten Haarwuchs geschickt zu kaschieren, noch weitere Funktionen. Vornehmlich schützt er den Kopf und den Nackenbereich vor mechanischen Beschädigungen, zum Beispiel durch Steinschlag oder Anrennen an die Streckenstöße. Daneben dient er zur Aufnahme des Geleuchts, zumindest dessen leuchtender Teile.
Die Dämpfung eines Stoßes oder Schlages auf den Helm funktioniert analog zur Seildämpfung. Ein starrer Helm, zum Beispiel aus glasfaserverstärktem Polyester wie früher im Bergbau üblich oder ein alter Baustellenhelm, gibt fast den gesamten Stoßimpuls an den Kopf weiter, was zu Stauchungen der Nackenwirbel führen kann. Diese Helme sind nur dazu gedacht, den Kopf vor Beschädigungen durch Anstoßen zu schützen, nicht zum Abfangen von Steinschlag. Bergsteigerhelme, die speziell zum Abfangen von Steinschlag entwickelt wurden, verformen sich im Fall eines Aufpralls. Dabei wird Energie verbraucht, der harte Stoß gedämpft und die auf Kopf und Helm wirkende Kraft wird geringer. Sie sind für den Einsatz im Altbergbau vorzuziehen und werden auch in der Höhlenforschung eingesetzt, es gibt auch eine Norm, welche die mechanischen Mindestanforderungen an solche Helme definiert.
Weiterhin wichtig ist die Befestigung des Helms auf dem Kopf. Alle Helme sind mit mehr oder weniger verstellbaren Einsätzen zum Anpassen an die Kopfform versehen. Zweckmäßig ist eine Einstellung, die eine möglichst große Auflagefläche am Kopf erreicht und gleichzeitig einen etwas straffen Sitz des Helms garantiert - das gibt auch die geringsten Tragebeschwerden.
Der Helm sollte auf jeden Fall durch solide Riemen unter dem Kinn gesichert werden, sonst wirft ihn der erste Stein herunter – und der nächste locht dann ein. Daß die Befestigungen für die Stirnlampe, Kabel- und Batteriehalter so ausgeführt werden, daß keine Schrauben nach innen Richtung Kopf überstehen – mußte dem Verfasser auch erst erklärt werden! Gut geeignet sind Nieten, Schrauben sollte man, wenn schon, mit dem Kopf innen plazieren.
Anbohren sollte man Helme generell nicht in Bereichen, die Steinschlag ausgesetzt sein können. Durch Bohrungen wird das Materialgefüge zerstört und es bilden sich an den Rändern der Bohrungen Haarrisse. Bei einer Verformung des Helmes entstehen Materialspannungen, die an den Enden dieser Haarrissen leicht die mehr als 20fache Stärke gegenüber dem unverletzten Material erreichen und so zur Zerstörung des Helms in Ernstfall führen können.
Geleucht
Das Geleucht ist natürlich der Hauptbestandteil der Ausrüstung. Wem die Notwendigkeit, seinem Geleucht entsprechend Zeit und Sorgfalt zu widmen, nicht klar ist, der versuche aus einer ihm sehr gut bekannten Grube (ohne Schächte!!) einige 100 m zum Mundloch zu fahren – ohne Geleucht. Dieser Versuch wird erfahrungsgemäß sehr schnell aufgegeben. Um den Test zu komplettieren, suche man im Dunkeln die als Notgeleucht vorgesehenen Lichtquelle heraus und fahre dann mit dieser aus!
Die Lichtquelle wird am Helm befestigt, so ist stets das Blickfeld ausgeleuchtet und die Hände bleiben frei. Es ist zweckmäßig, eine Steckbefestigung zu verwenden, um den Lampenkopf abnehmen zu können, beispielsweise zum Ausleuchten kleiner Hohlräume oder zum raschen Auswechseln des Geleuchts.
Prinzipiell gibt es verschiedene Möglichkeiten, Licht bereitzustellen - elektrisch, mit offener Flamme, durch Chemilumineszens oder auch durch Fluoreszens. Praktische Bedeutung haben heute das elektrische und das Karbidgeleucht, in Sonderfällen die Benzinsicherheitslampe und chemische Leuchtstäbe (Cyalume®).
Das Karbidgeleucht
Beim Karbidgeleucht wird das Licht durch die Verbrennung des Gases Acetylen (Ethin, Äthin, Aze), C2H2, erzeugt. Acetylen ist im chemisch reinen Zustand ein farb- und geruchloses Gas mit der etwa 0,9 fachen Luftdichte. Bei der Herstellung aus technischem Karbid (Calciumcarbid, CaC2, in Sachsen zum Beispiel über Chemikalienhandlung Wohlfarth) ist es zwar noch farblos, aber an einem charakteristischen Geruch leicht zu erkennen. Dieser rührt von Verunreinigungen durch Schwefelwasserstoff, Phosphorwasserstoff, Ammoniak sowie organischen Schwefel- und Phosphor-Verbindungen her. Daher sollte man nicht längere Zeit aus dem Karbidschlauch atmen. Reinstes Acetylen hatte Bedeutung als Narkosegas und wirkt beim Einatmen bei Konzentrationen von 12 Volumenprozent narkotisch, bei Konzentrationen über 50 % nach 10 min tödlich. Beim technisch verunreinigten C2H22 liegen diese Grenzen wesentlich niedriger.
Acetylen entzündet sich oberhalb 305°C und verbrennt an der Luft mit einer stark leuchtenden Flamme von 1900°C .[1]. Diese Temperatur wird Hosenböden, Gummisachen und speziell Haaren schnell zum Verhängnis. Auch über Tage ist Vorsicht walten zu lassen, ein kleiner Waldbrand ist schnell und meist dann erzeugt, wenn man ihn nicht erwartet. Der Verfasser hebt hier den Zeigefinger aus eigenem Erleben, da er sich bei einer solchen Gelegenheit in einem stark einziehenden Stolln bald selbst ausgeräuchert hätte. Gemische mit Luft sind im Bereich von 1,5(!!)–82 Volumenprozent Acetylen explosiv, daher besonders beim Karbidwechsel Vorsicht! Auch undichte Karbidschläuche können nachdrücklich auf ihre Existenz hinweisen, wenn es dem ausströmenden Gas gelingt, sich zum Beispiel in Gummi-Übersachen zu sammeln. Man erhält bei der chemischen Umsetzung mit Wasser gemäß CaC2+2H2O ? C2H2+Ca(OH)2 aus 1 kg Karbid etwa 270 l Acetylen. Je nach Düsengröße (und der damit beeinflußbaren Lichtstärke) erreicht man damit eine Leuchtdauer von 15...40 h, während einer Stunde wird dabei der Sauerstoff aus 0,13...0,36 m³ Luft verbraucht [8]. Die Reaktion verläuft unter Wärmeabgabe (man hat immer eine angenehme Wärmflasche dabei) und unter Volumenzunahme, daher sollte der Entwickler immer nur bis etwa drei Viertel mit Karbid gefüllt werden.
Der entstehende Karbidschlamm besteht größtenteils aus Calciumhydroxid, welches mit der Luftkohlensäure zu Kalk, mit Schwefelsäure zu Gips oder mit anderen Säuren zu den
Einzelnachweise
- ↑ CD RÖMMP Chemie Lexikon, Version 1.0. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag, 1995