Ausfahrt
Begibt man sich in der Grube auf den Rückweg, sind die Gedanken meist schon draußen – in der Sonne, beim Bier, im Bett oder sonstwo, nur nicht beim Geprassel. Soll heißen, man verfällt leicht ins Dösen. Im günstigen Fall rennt man dann kräftig mit dem Kopf irgendwo dagegen und kann für die nächste Zeit wieder klar denken. Im ungüstigen Fall hat man die Seiltechnik für das letzte Stück ganz unten im Schleifsack vergraben. Unverantwortlich wird es, wenn man Sicherungen vergißt und zugunsten der Schnelligkeit Vorsichtsmaßregeln außer Acht läßt – man ist bis zum letzten Meter in der Grube, und für die Bergung ist es egal, ob man auf dem Hin- oder Rückweg verunfallte. Man sollte dann gegenseitig etwas auf sich aufpassen.
Ist man glücklich draußen, der Zugang wieder ordentlich hergerichtet und fährt man natürlich erst einmal in trockene Sachen und läßt es sich sonst gut gehen. Ehe jedoch viel Zeit verstreicht, ist noch eine wichtige Amtshandlung fällig: die Rückmeldung per Telefon. Nichts ist ärgerlicher (und teurer) als eine Such- und Rettungsaktion, weil die Rückmeldung schlicht vergessen wurde. Muß man davon ausgehen, daß schon jemand zur Suche losgeschickt wurde, und kann man diesen nicht zurückrufen, bleibt ein Befahrungsteilnehmer vor Ort, um weiteren Aufwand zu vermeiden. Es ist zu bedenken, dass eine Suche nach jemandem, der gar nicht mehr in der Grube ist, leicht zu halsbrecherischen Kletter- und Grabungsaktionen unter Zeitdruck und mithin zu erheblichen Gefahren für die Retter führt. Ist die Rückmeldung erledigt, kann man es sich weiter gut gehen lassen!