Radon
Radon, Rn, ist ein gasförmiges, radioaktives, zu den Edelgasen gehörendes chemisches Element mit der Ordnungszahl 86. Radon ist farb- und geruchlos und wird vom Menschen auch mit keinem anderen Sinn wahrgenommen. Es ist ungiftig und als Edelgas überhaupt äußerst reaktionsträge. Natürlich kommt das
- Radon-Isotop 220/86 Rn in der Thorium-Zerfallsreihe (daher auch als „Thoron“ bezeichnet) mit einer Halbwertszeit T½ von 55,3 s vor, weiterhin
- 222/86 Rn als Bestandteil der Uran-Zerfallstreihe (ausgehend von 238/92 U, über 99% Massenanteil an der natürlichen Uranvererzung) mit T½ von 3,28 d und schließlich
- 219/86 Rn in der Aktinium-Zerfallsreihe (ausgehend von 235/92 U, ca. 0,72% Massenanteil an der natürlichen Uranvererzung) mit T½ von 4,00 s ([22], [23], [24]).
Die Halbwertszeit gibt an, nach welcher Zeit die Hälte einer Ausgangsmenge zerfallen ist, nach 2*T½ ist von der verbleibenen Hälfte wiederum die Hälfte zerfallen (also sind insgesamt drei Viertel der Menge zerfallen), und so weiter.
Alle Radon-Isotope gehen unter Aussendung von Alpha-Strahlung zunächst in Polonium-Isotope und über weitere radioaktive Zwischenstufen schließlich in stabile Bleiisotope über. Besonders wegen der an Aerosol-Partikel (Wassertröpfchen, Schwebepartikel) gebundenen und daher nicht flüchtigen, stark strahlenden Zerfallsprodukte ist Radon gefährlich. Sie schlagen sich in der Lunge nieder und bilden dort Strahlenherde. Dann wirken die beim weiteren Zerfall entstehenden energiereichen Strahlungen direkt auf das Lungengewebe und können dort erhebliche Schäden verursachen, während sie sonst durch die Durchstrahlung der Haut schon einen Großteil der Energie verlieren (siehe Kapitel 7.3.1).
Sehr hohe Radonkonzentrationen können sich vor allem in Bauen ohne Bewetterung bilden. Da die Dichte von Radon geringer als die von Luft ist, betrifft die Problematik bevorzugt Baue im Oberflächenbereich und solche Baue, die nur durch Stollen, nicht aber durch Schächte erschlossen werden.